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Ereignisse & Feste

Montag, 19. Oktober 2009

Super Oktoberfest im Paulaner 2009

Auch wenn wir dieses Blog dann endgültig in "Shanghai Bierfest"-Blog umbenennen müssen, hier ein paar Imressionen des sehr gelungenen gestrigen Abends beim Oktoberfest im Paulaner in der Fenyang Lu. Da wir in den letzten Wochen ja schon das eine oder andere Bierfest hier in Shanghai besucht haben, trauen wir uns durchaus einen Vergleich der bierseligen Veranstaltungen zu. Und müssen zu dem Ergebnis kommen, dass das gestern einfach spitze war! In allen Kategorien volle Punktzahl, würde ich sagen. (Außer vielleicht bei "hygienische Situation auf den Herrentoiletten", was man so hört...)

Statt dem sonst obligatorischen Festzelt-Buffet gab es im Paulaner ein kleines Menü (Salat, Würstplatte mit Kraut, Rote Grütze), das sich als äußerst schmackhaft erwies. Auch ohne korrespondierende Bretzeln und Brotkorb wäre sicherlich niemand hungrig nach Hause gegangen. Das vor Ort nach deutscher Rezeptur gebraute Bier im Paulaner ist ja ohnehin das beste in Shanghai, so dass man hier auch nicht(s) aussetzen konnte.

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Besser als auf den anderen Festen hat uns "die Musi" gefallen. Die eigens aus München eingeflogenen Kirchdorfer Musikanten trafen sehr gut den Rhythmus des anwesenden Volks. Nach traditionellem Blasmusik-Auftakt gaben die Herren samt Frontfrau richtig Gas, so dass sich die (etwas kleine) Tanzfläche schnell füllte. Wir mussten allerdings lernen, dass man nach zwei Jahren ohne Deutschland bei aktuellen Liedern nicht ganz textsicher ist. ("Hast Du das schon mal gehört?" - "Du??") Ein weiterer Grund, doch bald nach Deutschland zurück zu kehren. Der "Griechische Wein" wird aber Gott sei Dank immer noch mit Originaltext gesungen.

Unserem Weilbacher Damen-Trio schien es auch zu gefallen. Zusammen mit stolline bildeten sie ein sehenswertes Quartett! Für weibliche Besucher von Bierfesten in Shanghai sind Dirndl inzwischen ja fast schon Pflicht, auf dem Stoffmarkt gehören sie im September und Oktober sicherlich schon zu den beliebtesten Kleidungsstücken. Auch die anderen Mädels (oder heißt es traditionell "Madeln"?) an unserem Tisch konnte man in Tracht betrachten. Die Dichte an Lederhosen bei den männlichen Besuchern war dagegen nicht nur an unserem Tisch deutlich geringer. (Aber alle, die Lederhosen trugen, waren am Ende deutlich dichter. Korrelierend?)

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Wir hatten also einen sehr schönen Abend und einen würdigen Abschluss (vermutlich) der Oktoberfest-Saison in Shanghai. Das nächste Jahr müssen wir wohl nach München, um das Original zu erleben!

Ach so: Deutsche Feste bedeuten für chinesische Teilnehmer ja immer auch ungeahnte Möglichkeiten, den eigenen Horizont zu erweitern und sich bei ganz alltäglichen Dingen fortzubilden. Gestern Abend beispielsweise haben einige Chinesinnen gelernt, dass man eine leere Bierbank nicht an der schmalen Seite besteigen kann. Auch nicht, wenn man (bei maximal zierlichen 46 Kilo Kampfgewicht) vorher zwei Maß getrunken hat! Soweit wir das beobachten konnten, hat sich zumindest keine verletzt. Ist ja irgendwie auch Teil der Gaudi, wenn man immer und immer wieder laut kreischend von der Bank stürzt. Die hatten Spaß!

Sonntag, 20. September 2009

Shanghai Oktoberfest 2009

Gestern Abend waren wir beim Shanghai Oktoberfest des Renaissance Hotels. Das Essen war lecker, Bier gut, die Musik abwechslungsreich und die amtierende "Miss Oktoberfest Shanghai" haben wir auch gesehen, so dass wir einmal mehr einen netten Abend unter weiß-blauem Zeltdach erleben durften. Es sieht so aus, als könnte sich das Phänomen Oktoberfest neben Fastnacht als weiterer Pfeiler in unserem Jahreskreis etablieren.

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Man ist ja jedes Mal völlig überrascht, welche kulturellen Highlights so ein Fest mit sich bringt! Von den chinesischen Besuchern werden Vorführungen im "Goaßlschnalzen" (sowas mit Peitschen), Bierwetttrinken, Alphornblasen und Schuhplattlern natürlich interessiert aufgesogen. Als nördlich des Weißwurst-Äquators geborener Mitteleuropäer könnte man auf das eine oder andere vielleicht sogar verzichten, wenn statt dessen einfach Musik gespielt würde. Aber hier gibt es eben die volle Bandbreite bajuwarischer Fröhlichkeit.

Montag, 24. August 2009

JunggesellINNENabschied – oder: Wer hat mehr Durchhaltevermögen?

Auch wir Mädels hatten an diesem Abend nicht unter Durst zu leiden und können einen tollen Abend, eine klasse Nacht und auch noch einen guten Morgen verzeichnen! Soviel mal vorweg.

Ganz im Gegenteil zu den Jungs fing es bei uns am Samstag ab 16 Uhr sehr gemütlich an. Es wurde nämlich erst mal eine Flasche Sekt geköpft - und das nicht irgendwo, sondern in einem der angesagtesten SPA-Clubs der Stadt. Eine Stunde Massage, danach Pediküre und Maniküre, damit wir uns alle schön, relaxed und gepflegt in die Nacht stürzen können. Ich muss zugeben, es ist auch bei uns nicht bei der einen Flasche Sekt geblieben, sodass wir bereits ausgelassen guter Laune gegen 20 Uhr unser Restaurant in der Taikang Lu, einem schönen Künstlerviertel, angesteuert haben.

Nach dem Abendessen wurde unsere Braut, ausgestattet mit einem wunderbaren selbstgemachten Schleier, in ihre Aufgaben für diese Nacht eingeweiht. Voller Unternehmungsdrang hatte sie die erste, den Verkauf von chinesischen Glücksbringern, erledigt und noch im Restaurant die Talismänner an die echten Männer gebracht und damit unsere bescheidene Kasse aufgefüllt.

Xiantiandi war unsere nächstes Ziel und das Paulaner unsere erste Anlaufstelle dort. Nur das Bier ging nicht so an uns ran, zum Glück bietet die Getränkekarte aber auch andere flüssige Köstlichkeiten, die einem zarten Frauenmagen besser bekommen. Kein Wunder, dass wir irgendwann die erste Polonaise außerhalb der närrischen Zeit anführten. Die Chinesen fanden's Klasse – wir auch! Die letzte Runde B52 mussten wir den armen Kellnern, die um uns herum bereits gekehrt und alle Stühle auf die Tische gestellt hatten, mit geübtem Verhandlungsgeschick abschwatzen. Es war doch erst kurz nach 2 Uhr, die Nacht also noch jung! Außerdem waren noch jede Menge Aufgaben in Michaelas Täschchen.

Frohen Mutes ging es sogleich weiter ins Brown Sugar, gleich nebenan. Bloß keine kostbare Zeit mit Wegstrecke verlieren. Leider war hier auch schon Aufbruchstimmung, doch was konnte uns das anhaben?! Man glaubt gar nicht, wie schnell sich so eine Tanzfläche füllt, wenn erst mal eine Horde von elf Mädels einfällt. Wir hatten Spaß mit den verbliebenen Gästen. Michaela auch! Spätestens als Ihr nach und nach rote Rosen von den männlichen Besuchern überreicht wurden, gab's kein Halten mehr. Wer kann schon von sich behaupten, schon mal auf dem Rücken eines Mannes gesessen zu sein, der gerade Liegestütze macht?!?

3:15 Uhr und immer noch keine Anzeichen von Müdigkeit. Die Mädelstruppe war noch fast vollzählig und wir steuerten bereits die nächste Location an, als sich der zukünftige Bräutigam bei der Braut verzweifelt meldete. Der Arme war schon müde (macht Bier etwa müde?) und wollte nach Hause, hatte aber im Eifer des Gefechts am Nachmittag seinen Schlüssel vergessen. Naja, wir haben Mitleid gezeigt und die verbliebenen 3 Jungs (von 13, da vertragen einige wohl doch nichts, was?!) eingeladen doch einfach noch mit uns ins Velvet, einer bekannten Late-Night-Bar, mitzukommen. Wir sind ja nicht so.

Was soll ich sagen, es war selbst um diese doch eher frühe Uhrzeit noch recht feuchtfröhlich. Gewundert haben wir uns nur, als es gegen 5:30 Uhr langsam hell wurde. Störte aber auch nicht weiter, solange die Bar noch offen hatte und die Musik noch spielte. Doch auch hier mussten wir eine gute Stunde später feststellen, dass diese Late-Night-Bar geschlossen wird. Gut, war ja auch eher early morning als late night. So haben wir dann wohl oder übel die vergangene Partynacht bei einem McDonalds Frühstück Revue passieren lassen.

Wer heiratet als nächste, Mädels? It's worth it!

Sonntag, 23. August 2009

Junggesellenabschied: Versuch eines Protokolls

Inzwischen können wir schon wieder feste Nahrung zu uns nehmen, deshalb an dieser Stelle ein erster Bericht vom gestrigen Abend. Man kann sicherlich ohne Übertreibung behaupten, dass wir Spaß hatten. Hier im einzelnen das Protokoll des Abends aus Sicht der Herren:

14:49 Uhr: Im Wohnzimmer des Bräutigams in spe vervollständigt sich das Teilnehmerfeld. Die vom Gastgeber großzügig bereitgestellten Corona-Flaschen finden schnell Abnehmer. Gnade kann er dafür aber nicht erwarten.

15:13 Uhr: Die Truppe ist komplett. Der Hauptperson des Abends wird feierlich ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift "Game Over" überreicht. Das dankenswerterweise von der Frau des Hauses geschossene breitformatige Gruppenfoto verdeutlicht die harmonische Zusammensetzung der Bande.

15:29 Uhr: Die Meute setzt sich in Bewegung. Der um die Ecke eigens bereitgestellte Bus chinesischer Bauart wird in Beschlag genommen. Niedliche Snoopy-Schonbezüge sorgen kurzzeitig für Erheiterung. Während die Letzten einsteigen, werden im Heckbereich die ersten Flaschen Tsingtao entkorkt.

15:51 Uhr: Trotz schlaglöchriger Straßen erfüllen die mitgebrachten Becher ihren Zweck. Dass der Junggeselle noch immer an seinem ersten Bier nippt, wird sofort enttarnt. Der kurz zuvor zum Alterspräsident bestimmte Bernd ordnet eine neue Runde Getränke an.

16:00 Uhr: Wir erreichen pünktlich unser Ziel, das Hongkou-Stadion. Allerdings auf der falschen Seite. Der ebenso willige wie ortsunkundige Busfahrer startet einen neuen Versuch, entfernt sich und uns dabei aber signifikant vom eigentlichen Ziel.

16:19 Uhr: Unter anerkennendem Gehupe anderer Verkehrsteilnehmer wendet der Bus auf der vielbefahrenen dreispurigen Straße vor dem Eingang zum "Laserquest". Zehn zu allem entschlossene Männer voller Bewegungsdrang bahnen sich ihren Weg in die Arena.

16:32 Uhr: Nach einer kurzen Einführung beginnt das erste Match des Nachmittags. Zwei Teams à fünf Personen duellieren sich im dunklen Raum mit Laserpistolen als wenn es kein Morgen gäbe.

16:50 Uhr: Das Ergebnis des ersten Spiels steht fest: Alle schwitzen wie Elche in der Mittagssonne. Bei einem kühlen Dosenbier redet man sich den Frust über die technischen Fehlfunktionen der eigenen Laserwaffe vom Herzen.

17:01 Uhr: In derselben Besetzung folgt das zweite Spiel. Das Pausenbier beschert einigen Schützen eine ruhigere Hand.

17:20 Uhr: Zum Spielende sind erste Ausfälle zu beklagen: Ein Mitspieler kühlt sich den geschundenen Knöchel mit einer Dose Cola vom Eis. Der Flüssigkeitsverlust lässt sich in den kurzen Spielunterbrechungen kaum ausgleichen. Zwischen schweißgetränkten T-Shirts sieht man die ersten entblößten Oberkörper.

17:33 Uhr: Ein letztes Duell mit kleineren Teams offenbart die taktische Gereiftheit der Truppe.

17:52 Uhr: Der Bus fährt die transpirierende, aber selige Horde zu ihrem nächsten Ziel, dem Paulaner in der Fenyang Lu. Unterwegs werden die letzten Bierreserven ihrer Vernichtung zugeführt.

18:41 Uhr: Dem jungen Eheanwärter steht die erste Probe ins Haus: Ein Maßkrug Frischgezapftes will mit zwei Strohhalmen geleert werden. Motiviert durch herzliche Anfeuerungsrufe ("Hau wech die Pfütze!") ertrinkt er sich in wenigen Sekunden den Respekt seiner Begleiter. Darauf muss angestoßen werden.

19:27 Uhr: Auch die zweite Aufgabe bewältigt der angehende Göttergatte mit Bravour: In wenigen Minuten organisiert er eine Runde Jägermeister für die durstige Plage. Für die Zusage, keine anderen Gäste in irgendwelche Spielchen zu verwickeln, lässt die diensthabende Managerin ein Tablett kräuterhaltiger Spirituosen ausschenken. (Reaktion auf unsere Erklärung des Phänomens Junggesellenabschied: "I respect your culture – but it's strange.")

19:49 Uhr: Nach einer abschließenden Runde geht’s zurück in den Bus, der aber zunächst verschollen ist. Nach einigen Minuten und Telefonaten kommt der Busfahrer zu unserer Verwunderung aus dem Paulaner. Vom vielsitzigen Gefährt allerdings immer noch keine Spur. Daraufhin legen wir einen sportlichen Fußmarsch zurück, um unser Snoopy-Mobil zu erreichen. (Der direkte Weg zur nächsten Station wäre wohl kürzer gewesen.)

20:02 Uhr: Ausgelassene "Humba, Humba"-Gesänge erschüttern Bus und Fahrer in ihren Grundfesten.

20:13 Uhr: Ankunft im brasilianischen Restaurant auf der Hengshan Lu. Das fleischlastige Angebot zum "All you can eat"-Preis trifft den Geschmack der lustigen Meute. Darauf muss angestoßen werden.

20:35 Uhr: Der durch die Kellner vorgegebene hohe Takt beim Essenfassen bringt den Zeitplan ins schwimmen. Die nächste Location kann bereits deutlich früher anvisiert werden.

21:03 Uhr: Vor dem übrigen Party-Volk treffen wir im Lieblingsclub des Heiratswilligen ("Zapatas") ein. An der Bar im oberen Stockwerk finden wir ein feines Plätzchen. Darauf muss angestoßen werden.

21:38 Uhr: Die Tanzfläche um uns herum füllt sich langsam – zunächst allerdings nur mit drei Russen mit homoerotischer Ausstrahlung.

21:51 Uhr: Der werdende Bräutigam sucht sich im Rahmen einer weiteren Aufgabe einen mutigen Chinesen für ein "Drei-Sekunden-Bier" und macht uns im direkten Vergleich erwartungsgemäß keine Schande. Darauf muss angestoßen werden.

22:40 Uhr: Es füllt sich in jeglicher Hinsicht. Ideale Voraussetzungen für eine weitere Probe auf dem Weg in die Ehe: Innerhalb weniger Minuten schneidet der Eheanwärter drei jungen Damen die Labels (altdeutsch "Schildchen") aus der Unterwäsche. Darauf ... ist nichts mehr zum Anstoßen da.

23:00 Uhr: Erneut setzt sich der Bus in Bewegung. Mit an Bord sind ein Holländer und ein Chinese. Im Laufe des Abends kann nicht mehr eindeutig geklärt werden, ob wir die beiden eingeladen oder entführt haben.

23:16 Uhr: Ankunft in der Tongren Lu, der berüchtigten Amüsiermeile von Shanghai. Zunächst herrscht Uneinigkeit bei der Wahl des richtigen Ladens. Von schwarzen Ledersofas aus verfolgen wir schließlich das Treiben.

23:27 Uhr: Verantwortlich für die Unterhaltung seiner Begleiter versucht sich der Hauptdarsteller unter anerkennendem Applaus beim Pole Dancing. Darauf muss angestoßen werden.

23:29 Uhr: Trotz größter Verrenkungen an der Stange wird dem Nachwuchstalent kein Geld zugesteckt, mit dem wir weitere Drinks hätten finanzieren können. (Hier zeigt die Wirtschaftskrise ihr finsteres Gesicht!)

00:54 Uhr: Beim Wechsel von einer in die andere Bar kommt es zu ersten Ausfällen.

01:29 Uhr: Die Situation wird im zunehmenden Gedränge immer unübersichtlicher. Es wird immer öfter ohne konkreten Grund angestoßen.

01:42 Uhr: Bei den anwesenden Damen mit Gewinnerzielungsabsicht stößt die nach wie vor uneingeschränkte Eheschließungsabsicht unseres Noch-Junggesellen für Unverständnis und ein kleines bisschen Bewunderung.

03:05 Uhr: Mehrere Ortswechsel haben die tapfere Gruppe nun fast völlig aufgerieben. Am Ende bleibt ein harter Kern an der Seite des Titelhelden, um in einer Bar mit Tinitus provozierender Live-Musik ein letztes Getränk zu nehmen.

03:35 Uhr: Während eines Telefongesprächs mit seiner Zukünftigen – der frische Eheanwärter hatte unglücklicherweise keinen Haustürschlüssel dabei – verständigt man sich auf eine Zusammenführung der übrig gebliebenen beider Lager in der "Velvet Lounge".

04:02 Uhr: Beim Zusammentreffen der Eheleute kennt die Freude kaum Grenzen. Im Vergleich zu den hartgesottenen Kerlen aus dem Gefolge des Bräutigams sehen die Damen noch überraschend frisch aus.

05:20 Uhr: Während bei einem allerletzten Getränk allerseits ein positives Resümee des Abends gezogen wird, geht über Shanghai die Sonne auf.

Samstag, 22. August 2009

Junggesellenabschied auf Chinesisch

Für Nachmittag und Abend haben sich große Dinge angekündigt: Einem befreundeten deutschen Pärchen helfen wir und andere durch einen zünftigen Junggesellenabschied nach deutschem Vorbild auf dem Weg in die Ehe, die in einigen Wochen dann auf deutschem Boden geschlossen wird. Braut und Bräutigam werden dafür natürlich getrennt und über Stunden verschiedenen Prüfungen unterzogen. Noch verraten wir natürlich nichts.

Ein bisschen speziell muss das Programm 10.000 Kilometer fern der Heimat natürlich schon sein, denn klassische "Aufgaben" würden hier womöglich nicht funktionieren. Obwohl es vielleicht ganz lustig wäre, die mit einem bunten Bauchladen ausgestatteten Eheanwärter zwischen all den fliegenden Händlern ("Watchbagdvd?") auf der Nanjing Lu zu sehen. Dass dabei allerdings genug bei rumkommt, um die durstige Meute den Abend lang über Wasser zu halten, muss bezweifelt werden. Hier wird schließlich um jeden Cent gefeilscht. (Das war allerdings bei meinem Junggesellenabschied in der Frankfurter Innenstadt auch nicht anders. Und das war deutlich vor der Wirtschaftskrise!)

Denke, wir werden morgen von beiden Touren berichten.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Shanghai Sonnenfinsternis 2009

Leider dicke Wolken über Shanghai, während sich vor wenigen Minuten der Schatten der längsten Sonnenfinsternis des Jahrhunderts über die Stadt schob. Von der Korona war deshalb auch nichts zu sehen, richtig dunkel wurde es aber natürlich - und das für stolze fünf Minuten.

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Es hat ein wenig abgekühlt, allerdings sagen die Experten im Fernsehen, dass es nun schnell wieder wärmer werden und die Luftfeuchtigkeit sprunghaft ansteigen wird. Wie gut, dass wir uns in wenigen Minuten auf den Weg nach Deutschland machen und dem Shanghai-Sommer für ein paar Tage entfliehen können.

Sonnenfinsternis auf Chinesisch: "rì shí".

Dienstag, 14. Juli 2009

"O'zapft is!" - Mitten im Juli...

Da ist der Juli gerade mal zur Hälfte bewältigt, schon kündigen sich in China die ersten "Beer Festivals" an, die natürlich an die Tradition des echten Oktoberfests anknüpfen wollen, das zugegebenermaßen ja auch bereits im September gefeiert wird. Den Auftakt macht diesmal - spannenderweise - ein Beer Festival auf dem Gelände unserer Wohnanlage. Die Ecke hier entwickelt sich derzeit langsam aber sicher offenbar zum Hotspot. :-)

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Mir gefällt der argumentative Bogen, der zur Begründung dieser "cultural activity" gespannt wird: "enhance our residents' relationship as well as to enrich our residents' living". Wow! Und der ebenso geneigte wie durstige Anwoher bestätigt an dieser Stelle rhetorisch fragend: Was, wenn nicht ein Bierfest, könnte diesen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft und das Leben jedes Einzelnen leisten?!

Mal davon abgesehen, dass mich interessieren würde, wie dieser Part im chinesischen Text ausformuliert ist: Super, dass die Festival-Zeit wieder beginnt! Bin sicher, dass wir in den kommenden Wochen noch viele Plakate sehen und auch die eine oder andere Veranstaltung besuchen werden. Chinesische Bierfeste sind einfach einzigartig! Dem "Kunshan Beer Festival", einem der größten überhaupt, hatten wir ja schon im letzten Jahr mit Freude beigewohnt. "O'zapft is!" - Mitten im Juli...

Samstag, 13. Juni 2009

Red Wings am Morgen

Apropos Frühsport: Heute Morgen mussten wir diesbezüglich quasi "Amtshilfe" leisten, zumindest was das Mitfiebern und Daumendrücken anging. Auf dem Feld hätten wir wohl auch kaum etwas ausrichten können.

stollines Kollegin aus den USA ist eine fanatische Anhängerin der "Detroit Red Wings". Anders als man vermuten könnte, macht diese Vereinigung keine Hähnchenflügel im Tandori-Ofen, sondern spielt auf hohem Niveau Eishockey. Auf sehr hohem sogar, denn sonst hätte die Mannschaft nicht zum zweiten Mal in Folge um den begehrten Stanley Cup gespielt, die Trophäe der National Hockey League (NHL), die sie letztes Jahr sogar gewann.

Da stollines Kollegin damals vor fast genau einem Jahr beim EM-Spiel Deutschland - Polen (1:0 Poldi (20.), 2:0 Poldi (72.)) an unserer Seite (und sogar im DFB-Dress) mitgelitten hatte, konnten wir sie nun natürlich nicht im Stich lassen. Unglücklicherweise begann die Live-Übertragung des Spiels heute aber schon um 8.00 Uhr morgens unserer Zeit, was für Fernsehsport und den Besuch einer amerikanischen Sports Bar doch eine eher ungewöhnliche Zeit ist. Beruhigend aber zu sehen, dass manche auch schon um 7.54 Uhr das erste Frischgezapfte wegatmen können.

Mit dem Sehen ist das beim Eishockey ansonsten so eine Sache. Vor allem wenn die Übertragung über das Internet gestreamt und anschließend auf eine große Leinwand projeziert wird. Der Puck ist nunmal ziemlich klein und schnell. Die kritischen Spielszenen erkennt man deshalb am ehesten noch an der Reaktion von Spielern und Publikum. Grobe Rempler bekommt man aber auch so mit. Und die lustige Orgel im Hintergrund kann man ja gar nicht überhören.

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Viel verstehen wir von diesem Sport nicht. Trotzdem waren das Drumherum und die Partie sehr faszinierend und gegen Ende unglaublich spannend. Dank der hochtourigen Klimaanlage im Speiseraum herrschte auch auf unseren Plätzen eine Atmosphäre wie wenige Millimeter über der Spielfläche. Dafür gab's lecker Essen.

Ach so: Die Red Wings verloren am Ende leider 1:2. Der Cup ging in diesem Jahr an die Pinguine aus Pittsburgh.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Vatertag in China

Während deutsche Väter heute vielerorts in besonderer Weise geehrt werden, müssen sich chinesische Väter noch ein wenig gedulden: In der Volksrepublik begeht man den Vatertag erst am dritten Sonntag im Juni. Entsprechend gering war heute auch die Zahl der angetüdelten Bollerwagenlenker auf den Straßen. (Gegrillt wird hier allerdings jeden Tag!)

Warum ausgerechnet der dritte Sonntag im Juni ausgewählt wurde, ist unklar. (Ebenso unklar ist übrigens die Herkunft des Termins in Deutschland.) Viel interessanter und so viel chinesischer ist die Festlegung des Termins in Taiwan: Dort wird Vatertag jedes Jahr am 8.8. begangen: Denn "8" heißt auf chinesisch "ba", und "baba" (also "8-8") bedeutet auf Chinesisch - ebenso wie auf Hessisch :-) - nichts anderes als "Vater". Na dann, auf die Papas!

Dienstag, 5. Mai 2009

Vier Gänseeier und ein Rätsel

Vier Gänseeier hat uns unser Fahrer heute Morgen geschenkt. Zu unserer großen Überraschung hatte er zur gleichen Zeit sogar die englische Bezeichnung "goose egg" parat, während mir das chinesische Wort für "Ei" ums Verplatzen nicht einfallen wollte.

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Die Gänseeier sind wohl ein traditionelles Geschenk zu einem chinesischen Feiertag, der heute begangen wird. So hatte ich unseren Wagenlenker zumindest verstanden, und da man in China die "Doppel-Fünf" (d.h. fünfter Tag im fünften Monat), "Doppel-Sieben" und "Doppel-Neun" besonders feiert, schien mir das auch erstmal eine passable Erklärung. Allerdings werden diese traditionellen Feiertage nach dem chinesischen (Mond-)Kalender berechnet, so dass der fünfte Tag des fünften Monats niemals der 5. Mai des westlichen Kalenders sein kann. (In 2009 ist der fünfte Tag des fünften chinesischen Monats beispielsweise der 28. Mai.)

Die Verwirrung ist also mal wieder komplett! Entweder hat unser cleverer Fahrer den chinesischen Feiertag kurzerhand mit dem westlichen Kalender verwoben und uns ein frühes Doppel-Fünf-Fest bereitet, oder es gibt einen ganz anderen Grund für das Gänseeier-Präsent. Mal schauen, ob ich dazu noch etwas rausfinden kann.

Uhrzeit

Wetter

Aktuelles Wetter in Shanghai:


Temperatur: 15 C
UV Index: 0
Luftfeuchte: 39 %
Sichtweite: 10.0 km
Luftdruck: 1022.0 mb
Windstärke: 11 km/h

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Zuletzt aktualisiert: 22. Nov, 22:07

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